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10 SchülerInnen aus jedem baltischen Land sind am 7. - 8. Mai 2021 zur Teilnahme an der Baltischen Deutscholympiade 2021 eingeladen. Das Thema der Olympiade ist "Litauen auf Deutsch digital entdecken". Die Anmeldung läuft bis zum 30. April 2021.

Wir gratulieren den Gewinnerinnen:

1. Platz - Anna Zinovjeva (Lettland)

2. Platz - Kadri-Ann Lainde (Estland)

2. Platz - Ann Kaarde (Estland)

3. Platz - Patricija Paula Gaujere (Lettland)

3. Platz - Domilė Būdvytytė (Litauen)

3. Platz - Ula Bagdonaitė (Litauen)

Programm

Einladung (DE), Einladung (LT)

Partner der Olympiade:

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Ganz ausführlich über die VII. baltische Deutscholympiade

Haben Sie Interesse an Astronomie? Sehr gut. In der litauischen Astronomieolympiade bekommen Sie die Möglichkeit, auf Gleichgesinnte zu treffen und zu zeigen, wer der Beste ist. Können Sie Latein? Wunderbar. In der Olympiade treffen Sie künftige Philologen, Historiker, Mediziner und Liebhaber der Antiken Kunst. Sind Sie Frankophone? Dann kommen Sie zum nationalen Theaterfestival der Frankofonen, das „Der erste Vorhang“ heißt.

An diesen Beispielen ist Ihnen bestimmt deutlich geworden, wie viele Möglichkeiten litauische Schüler haben, ihr Talent, Wissen und Können auf die Probe zu stellen. Das Litauische Zentrum für außerschulische Bildung, nämlich die Abteilung für begabte und talentierte Schüler (http://www.lmnsc.lt/lt/olimpiados) organisiert jährlich nationale Olympiaden in 32 Schulfächern. Im Schuljahr 2014-2015 haben an den olympischen Veranstaltungen ca. 3000 Schüler teilgenommen. Außerdem werden ca. 13 Camps organisiert für diejenigen, die sich richtig auf internationale Olympiaden vorbereiten wollen. Im kommenden Sommer erstrecken sich die Reiserouten unserer Schüler von Litauen ins benachbarte Lettland über Kasachstan und Indien bis nach Indonesien.

Übrigens, das Zentrum organisiert in diesem Jahr zwei internationale Olympiaden, die mit dem Baltikum verbunden sind. Im Herbst hatte unser Land die Teilnehmer der 25. Mathematikolympiade mit dem Titel „Baltic Way“ zu Gast und am 8. Mai haben wir 15 Teilnehmer aus Estland, Lettland und Litauen zu der 7. Baltischen Deutscholympiade Willkommen geheißen.

Kein Zweifel, die Teilnehmer der nationalen und der internationalen Deutscholympiaden  gehören zu der Gemeinschaft der Eliteschüler. Jeder sollte seine Muttersprache einwandfrei beherrschen, Sinus –Kosinusfunktion kennen und verstehen. Es ist erfreulich, wenn ein junger Mensch das Wesen der Relativitätstheorie erklären kann. Wenn jemand aber in einer fremden Sprache schreibt, spricht oder sogar denkt, insbesondere auf Deutsch, kann man sicher sein, dass der Kapitalwert oder der Aktienwert dieses jungen Menschen kontinuierlich steigt oder steigen wird.

Die 15 Mitglieder des Eliteklubs der Deutschsprechenden haben bei der Eröffnung der Baltischen Deutscholympiade im Jesuiten Gymnasium Vilnius besondere Aufmerksamkeit genossen. Zur Begrüßung sind etliche Gäste gekommen: Schulleiter des Jesuiten Gymnasiums in Vilnius  Artūras Sederevičius, die Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland Jutta Schmitz, der Botschafter der Republik Lettland Dr.Mārtiņš Virsis, die Hauptberaterin der Botschaft der Republik  Estland Tiia Mille, der Kanzler des Bildungsministeriums Dainius Numgaudis, der Leiter des Goethe - Institut Vilnius  Detlef Gericke.   

Mit großem Interesse haben alle Teilnehmer der Eröffnungsfeier die Vorstellungen der Länder-Teams verfolgt. In einigen Minuten konnte man die schönsten Ecken der baltischen Länder „besuchen“,  die Lieblingsspeisen „probieren“, Landesbesonderheiten kennen lernen. Alles auf einmal: im duftenden estnischen Wald bei einem lustigen lettischen Volkslied eine litauische Begrüßung: Labas, malonu susipažinti! Das war einmalig!

Trotz der feierlichen Atmophäre, netter Gespräche während des Empfangs flatterte in der Luft eine bestimmte Unruhe und Erwartung – wie ist es wohl am nächsten Tag, den 9. Mai, wenn es ernst werden sollte.

Hier einige Erwartungen:

„Ich erwarte von der Olympiade, dass die Aufgaben Spaß machen, und natürlich, dass ich neue Kontakte-Freundschaften anknüpfen kann. Sieg und Niederlage sind meiner Meinung nach eher nebensächlich. Was wirklich zählt, sind die neuen Erfahrungen und Erlebnisse, die diese Olympiade prägen. Ein Sieg kann mit der Zeit verblassen, doch die schöne Zeit, die wir hier verbringen, bleibt für längere Zeit…

Laura Laks, das Gymnasium Vinni-Pajusti (Estland)

 

„In der Baltischen Deutscholympiade will ich neue Kontakte mit den Jugendlichen aus dem ganzen Baltikum anknüpfen. Natürlich habe ich das Ziel, gute Ergebnisse zu erreichen, aber das wichtigste ist für mich mit anderen Kenntnisse zu teilen und mein Deutsch zu verbessern“.

Adomas Jankauskis, Jesuitengymnasium (Kaunas)

 

„Ich hoffe, dass es den Schülern Spaß macht, dass sie vielseitige Aufgaben bekommen. Ich bin auf Gruppenarbeitergebnisse und kreative Präsentationen gespannt. Und natürlich wünsche ich gute Leistungen für die lettischen Schülerinnen.“

Anita Jonasta, Vorsiztende des Deutschlehrerverbandes Lettland

 

„Ideenreiche mutige junge Menschen… Tolles fließendes Deutsch - was könnte ich von ihnen erfahren? Ich wollte schon eigentlich immer wissen, wie die jungen Menschen denken. Jetzt ist der richtige Moment. Ich werde ihre Blogeinträge lesen. Mich interessiert jede Einzelheit - was? wie? wo? womit? Sprachliche Richtigkeit - Nebensache. Der Inhalt ist das, worauf ich warte. Eine Entdeckungsreise…“

Rimutė Razmienė, Mindaugas Gymnasium (Švenčionėliai)

 

Der Sprachwettkampf begann mit dem Leseverstehen. Die Schüler sollten in einer Stunde drei Texte in Niveaus B2-C1 geschafft haben. Die besten Lesenussknacker waren Hanna-Lisett Lubi aus Tartu Jaan Poska Gymnasium und Laura Laks. Ganz viele Schüler hätten gerne mehr Zeit fürs Vertiefen, Konzentrieren, aber auf sie wartete eine kleine Führung durch die Universität und danach – Quizaufgabe im Goethe Institut Vilnius.

 

Mit den Quizfragen hat man versucht, möglichst viele Bereiche der deutschsprachigen Länder anzusprechen: Geschichte und Politik, Sitten und Bräuche, Kultur, Leute von heute - alles, was das allgemeine Wissen betrifft. „ Sprachen lernen bedeutet auch Kultur der deutschsprachigen Länder kennen lernen und diese zwei Komponenten sind nicht zu trennen“- so Povilas Villuveit, Deutschlehrer aus American International School in Vilnius.

Nijolia Buinovskaja, Leiterin der Spracharbeit am Goethe - Institut Vilnius: „Ich hoffe, dass unsere Fragen den Schülern echt Spaß machen, und sie auch viele Antworten wissen, dass sie nicht verzweifelt werden, wenn eine Antwort fehlen würde, aber bei der Aufgabe sollte an der ersten Stelle die Zusammenarbeit zwischen Länder-Vertretern stehen, und gar keine Konkurrenz. Der Wunsch an die Schüler: helle Köpfe zu behalten, konzentriert und kooperativ zu sein.“

In einer Stunde wurden 25 Fragen beatwortet, bei fünf davon ging es auch darum, welches Team am schnellsten ist. Nur eine einzige Frage wurde nicht beantwortet, und zwar kein Schüler war mit dem Namen der heutigen deutschen Schauspielerin Franka Potente vertraut, „obwohl ich von dem Film „Lola rennt“ im Deutschunterricht schon mal gehört, aber den noch nicht gesehen hatte“- so Roman Kasak. Es gab Teilnehmer, die die Quiz-Fragen gar nicht so schwer fanden. Laut Hanna-Lisett Lubi, „weil wir gestern abend zusammen geübt und gelernt haben.“ Das Schönste an dem Quiz war, dass die Teams ihre „Professoren“ selbst auswählen mussten und dabei waren sie sich alle einig. Als helle Köpfe wurden Hanna Lisett Lubi, Laura Laks, Roman Kasak aus Jüri Gymnasium (Estland), Signe Viška, aus Mittelschule Varakļāni (Lettland) und Adomas Jankauskis aus Jesuitengymnasium (Kaunas) vorgeschlagen.

Der Nachmittag bagann am Komputer. 15 Blogger setzten sich mit dem Thema „ Das Leben vor mir“ auseinander. In einer Stunde war die Arbeit gemeistert. Dementsprechend wurde die Nominierung der Deutschen Botschaft an die „Wortmeisterin“ Katarina Viktoria Braathen aus der 10. Mittelschule Riga (Lettland) verliehen, und als Blogger wurde Adomas Jankauskis ausgezeichnet.

 

Nach allen ernstahften Aufgaben kam endlich eine etwas leichtere Aufgabe: Stadtrally. Schon wieder in 5 neu gebildeten internationalen Gruppen begaben sich die Teilnehmer der Olympiade in die Stadt, um Momentaufnahmen zu machen. Bewegungsfreiheit, Kreativität, Ausdauer bei der Erkundung der lebhaften und den Europa-Tag feiernden Hauptstadt waren angesagt. Am späten Abend wurden die gesammelten Eindrücke im Teamgeist präsentiert. Während der Präsentationen hat sich herausgestellt, dass sich unter den Teilnehmern mehrere Talente befinden. Die besten historischen Kenntnisse von der Stadt Vilnius hat Vladislava Timčenko aus dem Staatlichen Gymnasium Āgenskalns (Lettland) vorgeführt. Georg Košel aus Juozas Balčikonis Gymnasium (Panevėžys), „der beste Reiseführer“, hat sich gefreut, nämlich durch diese Aufgabe die Möglichkeit verloren zu haben, sich in Vilnius zu verlaufen. Als „nettester Tourist“ wurde Silvio Meskat aus Pärnu Koidula Gümnaasium (Estland) ernannt, der seinem Land leidenschaftlich  treu geblieben ist. Die Juroren haben den Eindruck gewonnen, dass Megija Anna Graumane aus dem Staatlichen Deutschen Gymnasium Riga (Lettland) bei jeder Auslandsreise sowohl selbstbewusst als auch kundig bleibt, und mit netten Einheimischen, so wie Arminas Pamakštis aus S. Darius und S. Girėnas Gymnasium (Kaunas) ganz leicht Feundschaften schließen wird. Umso mehr wenn man solch diplomatische und tolerante Touristen trifft, wie Karl Martin Kirm aus Tartu Hugo Treffner Gymnasium (Estland).

Vakarė Jotautaitė aus dem Jesuitengymnasium (Vilnius) hat die Vielfalt der regen Stadt, die den Frühlingsanfang genossen hatte, beäugelt und auf besondere Art bei der Präsentation geschildert, darum hat sie die Nominierung „Scharfes Auge“ bekommen und dies, was das Auge sehen konnte, ließ Jekaterina Gaile aus Herderschule Riga (Lettland) zum Vorschein kommen,  wofür sie die Nominierung „Stadtmaler“ erhalten hatte. Was wären aber die Darstellungen ohne Worte? Das ganze Publikum, das die Präsentationen miterlebt hatte, sollte den Atem halten,  während Vitalijus Dobrovolskis aus Hermann-Sudermann-Gymnasium (Klaipėda) hervorragend das Wort bewältigte. Dafür wurde ihm die Nominierung Dramatischer Erzähler” eingereicht.

Das allen bekannte olympische Motto lautet: “Das Wichtige an den Olympischen Spielen ist nicht zu siegen, sondern daran teilzunehmen; ebenso wie es im Leben unerlässlich ist nicht zu besiegen, sondern sein Bestes zu geben“. Die entgegenkommende Atmosphäre der Abschlussfeier hat bestätigt, dass sich  Zusammenkunft, Zusammenarbeit und etwas Wettbewerb gelohnt haben. Doch jede Olympiade muss ihre Besten haben. Die Ergebnisse einzelner Aufhaben haben sich folgenderweise eingereiht:

I Platz - Katarina Viktoria Braathen, 10.Mittelschule Riga, Lettland

II Platz - Hanna-Lisett Lubi, Tartu Jaan Poska Gymnasium, Estland

II Platz - Vitalijus Dobrovolskis, Hermann-Sudermann-Gymnasium  Klaipėda, Litauen

III Platz - Laura Laks, das Gymnasium Vinni-Pajusti, Estland

III Platz - Adomas Jankauskis, Jesuiten-Gymnasium Kaunas, Litauen

Trotz der leichten Müdigkeit haben sich einige Schüler nach der Olympiade über diese Veranstaltung kurz geäußert:

Ohne darüber  lange  gedacht zu haben, war die Baltische Deutscholympiade einfach Spitze. Ich habe noch mal meine Kenntnisse überprüft und meine Schwachstellen gesehen. Meiner Meinung nach motiviert es einen Menschen sich weiterzuentwickeln, deswegen bin ich sehr dankbar dafür, dass ich an dieser einzigartigen Veranstaltung teilnehmen konnte. Die Erfahrung, die ich bekommen habe, ist mir sehr wichtig, weil es enorm schnell die Fähigkeiten eines Menschen verbessert, indem wir, Schüler, schöne Zeit in deutscher Umgebung verbringen. Ohne Zweifel hat die Olympiade so eine nette Atmosphäre erschaffen. Zusätzlich habe ich Freunde gefunden, die ich nicht vergessen werde.

Georg Košel, Juozas Balčikonis Gymnasium, Panevėžys, Litauen

 

Vor der Baltischen Deutscholympiade hatte ich sehr abstrakte Vorstellungen, wie es sein wird. Nach der Ankunft sind aber alle Bezweiflungen und Angst verschwunden. Die Aufgaben fand ich viel spannender als vorher gedacht hatte, dasselbe galt auch für Leute, die ich traf. Sie waren so freundlich, dass ich die Olympiade nicht mehr als einen Wettbewerb bezeichnen kann. Besonders gefiel mir die gegebene Freiheit in der Teamarbeit bzw. die Kreativitätsfreiheit. Kurz und bündig – ich weiß nicht, worum ich mich beschweren könnte, weil große Bemühungen der Organisatoren ganz offensichtlich eine wunderschöne Olympiade geschaffen haben.

Vitalijus Dobrovolskis, Litauen

 

Das Bildungsministerium,

Das litauische Zentrum für außerschulische Bildung,

Das Goethe Institut,

Der Lehrstuhl für deutsche Philologie der Universität Vilnius,

Der Deutschlehrerverband Litauens

freuen sich, wenn auch andere Teilnehmer der VII Olympiade gute Eindrücke aus Vilnius nach Hause mitnehmen konnten. Bis zum Treffen in Riga 2017!

 

Rasa Kazlauskienė, Žemyna Gymnasium, Vilnius